„Schach ist logisch, Management psychologisch“

Mit Denksport-Qualitäten zum beruflichen Erfolg: Veranstaltung mit Schachbund-Präsidentin Ingrid Lauterbach bringt an der Hochschule Hof Wirtschaftsvertreter und Studierende zusammen 

Gute Konzentrationsfähigkeit, besonnenes Handeln auch unter Zeitdruck, strategisches Denken, langfristige Planentwicklung, gute Risikenabschätzung und der unbedingte Wille zum Erfolg: Alles wichtige Qualitäten für Menschen, die als Unternehmer oder überhaupt im Beruf erfolgreich sein wollen – und zugleich klassische Kompetenzen guter Schachspieler. Ingrid Lauterbach, Präsidentin des Deutschen Schachbundes, stellte diesen Zusammenhang im Rahmen der Veranstaltung „Chess meets Economy“ am Dienstagabend an der Hochschule Hof eindrucksvoll her. 

„Schachspieler als Gewinn für jedes Unternehmen“ lautete der Titel ihres mit viel Applaus bedachten Kurzreferats im Audimax vor etwa 70 Studierenden, Wirtschaftsvertretern aus der Region sowie weiteren Interessierten. Mit dabei auch Achim Hager, Vorsitzender der Wirtschaftsregion Hochfranken und ebenfalls Schachspieler: „Schach ist eine ausgesprochen faszinierende Denksportart, die einem in vielen Feldern des Lebens zugutekommen kann. Da sie sich gerade auch bei Unternehmerinnen und Unternehmern großer Beliebtheit erfreut, nützen wir den Sport gerne als willkommene Plattform, um mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen.“ 


Hochschuldozent Prof. Dr. Michael Seidel hatte die Idee zu dieser Veranstaltung, die in Kooperation mit dem Schachbezirk Oberfranken und der Wirtschaftsregion Hochfranken realisiert wurde im Rahmen des Hochschul-Förderprojekts FIT (Förderung internationaler Talente zur Integration in Studium und Arbeitsmarkt). Als begeisterter Schachspieler referierte Seidel launig über eigene Turniererfahrungen und weitere Analogien zwischen Schach und Wirtschaft (Die Perspektive der Konkurrenz einnehmen, Selbstkontrolle und Disziplin, Faszination der ersten Idee…), untermalte seine Ausführungen eindrücklich durch Beispiele am Schachbrett und würzte seine Gedanken mit Bonmots wie „Schach ist logisch, Management psychologisch“ – und etwa dem Hinweis, dass Begriffe wie Zugzwang, Bauernopfer oder Rochade sogar Eingang in die Alltagssprache gefunden haben. Seidel führte selbst 20 Jahre erfolgreich ein Familienunternehmen in der Region, seit 2002 ist er Professor an der Hochschule Hof mit dem Lehrgebiet Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Entrepreneurship und Regionalmarketing.

Das anschließende „Get together“ im B-Foyer diente dem Zweck des Kennenlernens, angereichert mit einem siebenrundigen Blitzschachturnier mit Studierenden und Wirtschaftsvertretern, souverän geleitet von Marcus von Lossow vom PTSV SK Hof 1892 e.V.

Ob die Idee Schule macht? Jedenfalls wurde sie gut angenommen und der eine oder andere Kontakt kam ebenfalls zustande.